Sevelen - angenehm anders

Feuerwehr: Regionaler Zweckverband entspricht einer zeitgemässen Lösung

Freitag, 24.05.2019

Die Feuerwehren von Buchs, Sevelen und Wartau wollen sich in einem Zweckverband zusammenschliessen. Mit diesem Schritt kann die Sicherheit weiterhin auf hohem Niveau gewährleistet werden. Über die Vorlage soll die Bevölkerung im Frühjahr 2020 abstimmen.

Per 1. Januar 2021 sollen die Feuerwehren von Buchs, Sevelen und Wartau organisatorisch unter einem Dach vereint werden. Vorausgesetzt, die Bürgerinnen und Bürger der Vertragsgemeinden stimmen dem Beitritt zum neu zu gründenden Zweckverband Feuerwehr Werdenberg Süd im Frühling 2020 zu.

Der Antrag für einen Zusammenschluss erfolgt nach einer umfassenden Auslegeordnung mit Vor- und Nachteilen sowie Chancen und Gefahren. Dabei wurden verschiedene Modelle geprüft. Nach intensiven Abklärungen kristallisierte sich das Zusammenlegen der drei heute eigenständigen Feuerwehren als beste Variante heraus. Dies hauptsächlich, um die Sicherheit der Bevölkerung weiterhin zu garantieren und dem veränderten gesellschaftlichen Verhalten Rechnung zu tragen. „Eine der Hauptherausforderungen ist in der heutigen Zeit die Tagesverfügbarkeit der Angehörigen der Milizfeuerwehr. Viele Feuerwehrangehörige arbeiten ausserhalb ihrer Wohngemeinde und sind deshalb tagsüber nicht innert der erforderlichen Zeit verfügbar“, erklärt Simon Stauffacher, Kommandant der Feuerwehr Wartau.

 

Situation entschärfen

Durch die Regionalisierung wird die Situation entschärft. Zum einen Dank des grösseren Personalpools, zum anderen, weil zweckdienlichere Organisationsformen möglich sind.

Ein weiterer Aspekt, der für eine Zusammenlegung spricht, sind die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr und damit der Bedarf an Spezialisten. Inzwischen wurden in enger Zusammenarbeit erste positive Erfahrungen gesammelt. Mathias Tobler, Kommandant Stellvertreter der Feuerwehr Buchs, erklärt: „Den Sanitätszug, die Spezialisten für Absturzsicherung, die Zentralisten und den Verkehrsdienst haben wir organisatorisch bereits zusammengelegt. Zudem wird die Zusammenarbeit im Ausbildungszug gelebt.“ Die Übungen finden gemeinsam, aber abwechselnd an allen drei Standorten statt. Im Unterschied zu anderen Regionen erfolgte der Anstoss für den Zusammenschluss der Feuerwehren nicht von politischer Seite, sondern von den Kommandos der drei Feuerwehren. „Wir von der politischen Seite unterstützen die Gründung eines gemeinsamen Zweckverbandes“, versichert der Buchser Stadtpräsident Daniel Gut. Er und seine beiden Amtskollegen Beat Tinner, Gemeindepräsident von Wartau und Roland Ledergerber, Gemeindepräsident von Sevelen, schätzen es, dass das Feuerwehrkader seine Aufgabe pflichtbewusst erfüllt und drohende Probleme frühzeitig erkennt, anpackt und Lösungsvorschläge präsentiert.

 

Einsatzzeiten sind entscheidend

Bis zu den Bürgerversammlungen im Frühjahr 2020 werden diverse Detailfragen geklärt. So ist beispielsweise der Kostenschlüssel für die Finanzierung des Zweckverbands noch nicht festgelegt. Vorgesehen ist, dass dieser über die Anzahl Einwohner definiert wird. Was die Depotstandorte betrifft, werden ebenfalls vertiefte Abklärungen stattfinden. Mathias Tobler erklärt: „An oberster Stelle steht die Einhaltung der Einsatzzeiten. Diese beträgt gemäss gesetzlicher Vorgabe 15 Minuten. In unserer Planung rechnen wir mit zehn Minuten und berücksichtigen damit vorausschauend eine allfällige Zunahme des Verkehrsaufkommens.“

Die Berechnung und Einhaltung der geforderten Einsatzzeiten wurden durch das Amt für Feuerschutz des Kantons St.Gallen bestätigt. Dementsprechend steht fest, dass die Einsatzmittel der Feuerwehr Werdenberg Süd auch in Zukunft dezentral stationiert bleiben. Es wird jedoch geprüft, ob die heutigen Feuerwehrdepots Buchs und Sevelen durch einen gemeinsamen Neubau ersetzt werden können. Grund dieser Überlegung sind anstehende, grosse Investitionen an beiden Standorten. Das allfällige, neue Depot wird mit den Depot-Standorten in der Gemeinde Wartau ergänzt. An der Milizfeuerwehr wird weiter festgehalten. Diese wird durch wenige Fest- und Teilzeitangestellte im Bereich Kommando, Materialwartung und Administration verstärkt. Simon Stauffacher weiss aus Erfahrung: „Der administrative Aufwand ist heute so gross, dass die Führung der Feuerwehr nicht mehr miliztauglich ist.“ Ziel ist es, dass durch die Aufgabenverschiebungen das Preis-Leistungsverhältnis weiter optimiert wird. Vergleichbare Organisationsmodelle gibt es bei den Feuerwehren in Gossau und Wil. Sowohl der Stadtrat wie auch die Gemeinderäte, die Vertreter der Feuerschutzkommissionen und die Feuerwehren sind überzeugt, mit dem gemeinsamen Zweckverband für die künftigen Herausforderungen gerüstet zu sein und so der Bevölkerung die grösstmögliche Sicherheit mit optimiertem Aufwand zu bieten.

 

Die Feuerwehren von Buchs, Sevelen und Wartau führen bereits heute gemeinsame Übungen durch. Per 1. Januar 2021 sollen sie nun in einem Zweckverband vereint werden, damit die Sicherheit der Bevölkerung nachhaltig gesichert wird.

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