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Casa Sevellun: Schwieriger Untergrund führt zu Bauverzögerung und höheren Kosten

Freitag, 10.07.2020

Die Arbeiten zum Bau des neuen Pflege- und Betreuungszentrums der Gemeinde Sevelen schreiten voran. Mit dem Beginn der Pfahlarbeiten bei der «Casa Sevellun» wurde jedoch festgestellt, dass der Baugrund schwieriger zu bearbeiten ist als ursprünglich angenommen.

Der Zeitplan kann folglich nicht wie vorgesehen eingehalten werden. Auch die Kosten für diesen Arbeitsbereich fallen aus diesem Grund bedeutend höher aus.

Nach dem Spatenstich am 4. Dezember 2019 startete der Baugruben-Aushub mit gleichzeitiger Verbauung der Pfählung und Baugrubensicherung. Bei den Pfählungsarbeiten kam jedoch zum Vorschein, dass der teils instabile Baugrund eine besondere Herausforderung darstellt. Der den Planungen und der Umsetzung ursprünglich zu Grunde liegende Bericht wurde dieser schwierigen Sachlage nicht gerecht.

Die Baugrunduntersuchung führte ein Geologe im Jahr 2018 durch. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden die Pfahlarbeiten durch den Bauingenieur ausgeschrieben. Während des Vergabeverfahrens wurde das Pfahlkonzept umgestellt. Dieser Schritt folgte auf Vorschlag des mit den Arbeiten beauftragten Unternehmers, welcher über eine ausgewiesene Kompetenz für die Arbeit mit Pfählen verfügt und somit für die fachgerechte Ausführung der Arbeiten garantieren kann.

Vorerst wurden sechs Probepfähle mit Protokollierung und unter Begleitung eines Vertreters des Herstellers gerammt. Die anschliessende Prüfung (eine solche ist jeweils erst nach einer Austrocknungszeit von vier Wochen möglich) ergab gute Werte. Die gerammten Pfähle verfügten jedoch über grössere Dimensionen als anhand der vorliegenden Baugrunduntersuchung angenommen werden konnte. Dies bestätigte sich auch beim Beginn der Pfahlarbeiten, was sich in einem Mehrbedarf an Pfählen niederschlug.

Nachdem eine erste Tranche an Pfählen gesetzt worden war, wurde eine weitere Pfahlprüfung vier Wochen später durchgeführt. Zwei Pfähle erreichten hierbei die geforderten Werte nicht. Zur Verifizierung der unbefriedigenden Ergebnisse wurde die Qualität der Pfähle erneut geprüft. Dabei traten grosse Unterschiede bei der erreichten Tragfähigkeit zu Tage. Wegen der ungenügenden Prüfergebnisse wurden die Arbeiten gestoppt und ein Geotechniker zur Unterstützung des Bauingenieurs beigezogen. Zur genaueren Beurteilung des Baugrundes folgten zwei zusätzliche Tiefenbohrungen, welche durch den Geotechniker ausgewertet wurden und zu einer erneuten Überarbeitung des Pfahlkonzepts führten.

Hauptursache für die aufgetretenen Schwierigkeiten ist nach Einschätzung des Geotechnikers der vor Ort vorhandene Baugrund. Mit dem neuen Konzept wird die Tragsicherheit der Gesamtfundation nun gewährleistet. Sofern sich keine neuen statischen Anforderungen aus dem Projekt ergeben, muss das überarbeitete Pfahlkonzept nicht nochmals verändert werden.

Aufgrund der notwendigen, zusätzlichen Massnahmen für Untergrund und Pfählung ergibt sich ein zeitlicher Bauverzug von rund fünf Monaten. Durch die Verzögerung ergeben sich Mehrkosten von rund CHF 50'000. Darin sind die Kosten für den Rückbau und die Wiedererstellung bereits erbrachter Leistungen enthalten, die wegen paralleler Ausführung von Dämm- und Betonierarbeiten im Bereich der Zivilschutzräume entstanden. 

Die Mehrkosten für die grösser dimensionierten Pfähle, die Zusatzpfähle, der Mehraufwand bezüglich Pumpensumpf und für die Anpassung des Pfahlkonzeptes wären auf Grund der vorhandenen Situation in jedem Fall entstanden. Es handelt sich hierbei um „Ohnehinkosten“, die nicht voraussehbar waren. Sie liegen derzeit um rund CHF 610'000 über dem Kostenvoranschlag.

Der aktuelle Stand der ausgehandelten Vergabeerfolge beträgt nach Berücksichtigung der durch den Baugrund entstandenen Mehrkosten weiterhin CHF 450'000. Die Projektreserven betragen CHF 750'000. Das Bauprojekt liegt folglich aktuell rund CHF 450'000 unter dem bewilligten Baukredit.

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