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Verzögerungen durch schwierigen Baugrund

Donnerstag, 07.05.2020

Seit Dezember laufen die Bauarbeiten für die «Casa Sevellun», das neue Pflege- und Betreuungs-zentrum der Gemeinde Sevelen. Der Neubau im Büelriet wird künftig das in die Jahre gekommene «Haus Gärbi» ersetzen. Im Frühjahr geriet der Projektfortschritt aufgrund des unstabilen Baugrunds in Rückstand. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich die Verzögerungen auf die Fertigstel-lung des Bauwerks auswirken.

Nach dem Spatenstich am 4. Dezember 2019 startete der Baugruben-Aushub mit gleichzeitiger Verbauung der Pfählung und Baugrubensicherung. Die Gesamtprojekt-Planung läuft trotz Corona-Pandemie erfreulich und ist auf Kurs. Bei den Pfählungsarbeiten kam jedoch zum Vorschein, dass der teils instabile Baugrund eine besondere Herausforderung darstellt. Der den Planungen und der Umsetzung zu Grunde liegende Bericht des Geologen vom November 2019 wurde dieser schwierigen Sachlage nicht gerecht.

Erste Probepfähle zeigten, dass die nötige Tragfähigkeit im Grund für das Bauwerk nicht erfüllt wird. Diverse Anpassungen wie Wechsel der Pfähle und Materialien, Erhöhung der Pfahllänge auf eine Tiefe von 40 Metern sowie die Überarbeitung des Konzepts brachten nicht die gewünschten Ergebnisse mit der geforderten Stabilität. Nach mehreren Ausführungsvarianten und Pfahlprüfungen kamen die involvierten Fachpartner zum Schluss, dass Kernbohrungen zur genauen Baugrundanalyse notwendig werden. Damit sollen schlüssige Aussagen zur Grundbeschaffenheit gemacht werden können. Mit diesen neuen Erkenntnissen soll die Bautechnik entsprechend angepasst werden.

Die nicht vorhersehbaren Entwicklungen trotz geologischem Gutachten und Konzept haben Konsequenzen auf den Projektverlauf. Einerseits treten Mehrkosten auf, welche voraussichtlich durch die im Projekt vorhandenen Reserven sowie bisherige Vergabeerfolge aus weiteren Bereichen aufgefangen werden. Demgegenüber verzögert sich aber der Baufortschritt einschneidend. Gemäss Planung war vorgesehen, dass der Rohbau im November 2020 eine dichte Gebäudehülle erreicht, womit im Winter der Innenausbau erfolgen kann. Es muss nun davon ausgegangen werden, dass der Rohbau aufgrund der nicht vorhersehbaren Erkenntnisse im Baugrund und der damit zu erwartenden Verzögerung nicht bis im Spätherbst abgeschlossen werden kann.

Neues Heizungssystem

Nach der Ablehnung des Wärmeverbunds Büelriet mit Holzschnitzelheizung durch die Seveler Bürgerschaft an der Urnenabstimmung vom 19. April 2020 stehen sowohl das Heizsystem als auch der Energieträger für mindestens drei Gebäude der Gemeinde wieder zur Diskussion. Deshalb nahm der Gemeinderat die Evaluation möglicher alternativer Heizsysteme an die Hand. Das weitere Vorgehen ist unter Punkt III beschrieben.

Pflege- und Betreuungszentrum «Casa Sevellun»

Die Räumlichkeiten des bestehenden Altersheims Gärbi werden den heutigen Anforderungen und Ansprüchen nicht mehr gerecht. Das Projekt «Casa Sevellun» wurde durch die Seveler Bürgerschaft im Sommer 2019 genehmigt. Gemäss ursprünglicher Planungen sollte der Neubau im Frühjahr 2022 und nach einer zweieinhalbjährigen Bauzeit bezugsbereit sein. Der Baukörper ist als dreigeschossiges Gebäude in Massivbauweise konzipiert. Die Kapazität des zukünftigen Pflege- und Betreuungszentrums wird im Vergleich zum bestehenden Haus Gärbi von 28 auf 44 Betten aufgestockt.

Bewohnerinnen und Bewohner können nach Realisierung des Projekts in ein grösseres, modernes und helles Zuhause mit angenehmem Ambiente einziehen. «Sichwohlfühlen» steht im Zentrum der Casa Sevellun.

Wärmeerzeugung Casa Sevellun, Genossenschaft Büelhof sowie Werkhof Zinslihof nach Ablehnung Wärmeverbund Büelriet; weiteres Vorgehen

An der Urnenabstimmung vom 19. April 2020 wurde das Gutachten zum Wärmeverbund Büelriet von der Stimmbürgerschaft abgelehnt. Der Rat hat sich auf das weitere Vorgehen mit allen Beteiligten unter angemessener Berücksichtigung der Forderungen der Gegner sowie nach dem Austausch aller Fragen und Fakten wie folgt geeinigt:

 

Als erstes wird die Probebohrung gemäss Offerte der Firma Kibernetik AG beantragt und durchgeführt. Der Antrag beim Amt für Umwelt wurde bereits gestellt. Wenn die Probebohrung bewilligt wird, wird das Ergebnis in vier bis sechs Wochen vorliegen. Das Ergebnis der Probebohrung soll auch durch eine Zweitmeinung beurteilt werden. Die Bohrung findet in Absprache mit dem Baumeister vor Ort, Werner Marti und einem neutralen Geotechniker statt.

Das Ergebnis soll Auskunft geben über den Standort der definitiven Bohrungen. Anschliessend muss der Kanton angefragt werden, ob er überhaupt und unter welchen Bedingungen bewilligungsbereit ist, und was für Simulationen allenfalls notwendig sind etc.

Wenn alles positiv zu Gunsten der Erdwärme verläuft, werden die konkreten Berechnungen für die drei Gebäude Casa Sevellun, Büelhof, Werkhof/Zinslihof erstellt. Dies sowohl für die Lösung mittels Erdsonde als auch für einen Miniwärmeverbund mit Holzschnitzelheizung.

Es ist das Ziel des Gemeinderates, dem Bürger mindestens zwei vergleichbare Varianten zur Gegenüberstellung präsentieren zu können. Dabei werden nicht nur die Kosten, sondern auch andere Faktoren wie Einfluss auf andere Infrastrukturvorhaben, Versorgungssicherheit, Ausbaubarkeit und dergleichen verglichen. Dafür wird eine öffentliche Informationsveranstaltung abgehalten, in der alle Möglichkeiten vorgestellt werden. Auf Grund der Meinung der Teilnehmenden werden für die favorisierten beiden Varianten Gutachten erstellt und zur späteren Abstimmung vorgelegt.

An der Bürgerversammlung soll die Abstimmung über das Heizsystem stattfinden.

Für die Planung der Wärmegewinnung wird ein externer, unbelasteter Heizungsplaner beigezogen. Der Rat hat sich dafür ausgesprochen, bei der Firma Rim, Ruedi Imhof, Heizplanung, Mels, eine Offerte einzuholen.

Mit der Führung des Projekts wurde Gemeinderat Ruedi Kühne beauftragt. Bei der Erarbeitung möglicher Lösungen werden sämtliche Möglichkeiten neu geprüft. Das mit dem Ziel, der Bürgerschaft mindestens zwei Varianten zur Diskussion vorstellen zu können.

Der Gemeinderat wird in den Gemeindeverhandlungen laufend über den Stand der Arbeiten berichten.

 

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