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Grundsatz zur Sterbehilfe – Rahmenbedingungen

Es gibt Menschen in unserer Gesellschaft, die aktiv mitbestimmen möchten, zu welchem Zeitpunkt sie aus dem Leben scheiden. Bei vielen Kranken, Behinderten und auch immer häufiger bei betagten Menschen wird dies ein Thema. Die Selbsttötung mit Hilfe einer Organisation, wie zum Beispiel Exit, wird salonfähig. Daher ist es uns ein Anliegen, zu diesem Thema Stellung zu nehmen.

In unserer Arbeit haben wir folgende Grundsätze, welche mit diesem Thema in Zusammenhang stehen: 

  • Der Respekt vor der Entscheidungsfreiheit und der Privatsphäre bezeichnen wir als einen der wichtigsten Werte in unserer Arbeit. 
  • Das Zusammenleben im Altersheim bedingt gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme. Die grösstmögliche Freiheit hat ihre Grenzen dort, wo die Freiheit des Nächsten berührt wird. 
  • Wer in ein Altersheim eintritt, anerkennt die Rahmenbedingungen der gewählten Institution. 
  • Die Selbsttötung eines Menschen ist nicht nur die Folge seiner freien Entscheidung, sondern auch eine Folge der Gestaltung der Umwelt. Daraus lässt sich schliessen, dass eine solche Handlung direkte Auswirkungen auf das Lebensumfeld hat.


Aus diesen Grundsätzen ergeben sich folgende Konsequenzen:

In unserer Arbeit wollen wir die Lebensqualität im Gärbi laufend optimieren und fördern. Werden die geistigen und körperlichen Leiden eines Pensionärs gross und/oder der Tod absehbar, wollen wir Leiden und Schmerzen lindern. Das Ziel ist, den Betroffenen umfassend betreuen und begleiten. Dies bedingt: 
 

  • Eine angenehme und behagliche Wohnatmosphäre. 
  • Einen Umgang untereinander, der die Anerkennung und die Wertschätzung der individuellen Lebensgeschichte beinhaltet. 
  • Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen, welche die Pflege und Betreuung übernehmen. 

Wir respektieren die Entscheidungsfreiheit und die Privatsphäre unserer Pensionäre. Wir können es nicht verhindern, wenn sich ein Pensionär mit einem Vertreter einer Sterbehilfeorganisation in seinen Privaträumen treffen will. Aus den oben erwähnten Grundsätzen können wir es nicht verantworten, dass eine Selbsttötung unter Mithilfe einer solchen Organisation im Altersheim Gärbi stattfindet. Da dieser Vollzug direkte und unvorhersehbare Folgen für alle Mitbewohner haben kann. Entscheidet sich ein Gast/Bewohner für eine Selbsttötung mit einer Sterbehilfsorganisation, muss er für diese Handlung das Altersheim Gärbi verlassen.