Sevelen - lebendig, offen, mittendrin

Partnergemeinde Issum

Die Beziehungen 

Seit 1958 besteht die Partnerschaft zwischen den Gemeinden Issum am Niederrhein (Deutschland) und Sevelen in der Schweiz. Durch Zufall wurden Reporter einer grossen deutschen Zeitung auf das Dorf Sevelen am Oberrhein aufmerksam und berichteten darüber. Damals war Sevelen (Deutschland) noch eine eigenständige Gemeinde. Nach der Eingemeindung wurde sie Teil der heutigen Gemeinde Issum.

Nach und nach entstanden freundschaftliche Beziehungen zwischen den Menschen dieser Gemeinden über Behörden, Vereine und Privatpersonen. Diese Kontakte bestehen noch heute und werden auf allen Ebenen gepflegt und gefördert.

Issumer Vergangenheit 

Das Fähnchen auf dem Dache des Rathauses trägt die Jahreszahl 1338, Datum der ältesten über Issum bestehenden Urkunde. Damals wurde die "Herrlichkeit und das Gut, das sich zu Issum und Umgebung befindet", von dem Vogt Gerardus de Belle an den Grafen von Geldern zurückgegeben. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Herrschaft durch Verkauf, Verpfändung und Heirat ständig den Besitzer, bis schließlich im Jahre 1912 die Gemeinde Issum der Besitzer der "Herrlichkeit" wurde. Die Issumer Höfe und Kastelen standen zur Herrschaft Issum in einem eigentümlichen Verhältnis: Sie waren nicht erblich, sondern leibgewinnspflichtig und mussten beim Tode eines Besitzers neu "gewonnen" werden. Das geschah durch die Übertragung des Hofes auf zwei Personen. Starb eine der beiden, so musste ein neuer Besitzer gefunden werden (eine zweite Hand). Meist war dies ein Mitglied der Familie, das gegen Bezahlung eines Guldens "behandigt" wurde. So blieben die Besitzer stets in Abhängigkeit zu ihrer Herrschaft. Furchtbare Zeiten mit Verwüstungen, Zerstörungen und Vergewaltigungen brachte insbesondere das 17. Jahrhundert für die Menschen in Issum. Der Ort, im Schnittpunkt zweier alter Heerstraßen, wurde zum Tummelplatz marodierender Soldateska. In einer alten Schrift aus jener Zeit heißt es: "Die Menschen sind so verlaufen und verstorben, dass man eher einen Wolf gesehen hat als einen Menschen". Und trotzdem - als um 1800 die Franzosen Issum besetzten und wahrlich nicht nur als Freunde erschienen, urteilte ein französischer Ingenieur-Geograph: "Die Einwohner von Issum sind liebenswürdige Menschen."